Die Nuklidkarte ist eine grafische Darstellung aller bekannter Nuklide (Atomkerne). Sie ist in der Kernphysik von ähnlicher Bedeutung wie das PSE in der Chemie.
Da ein Nuklid durch die Anzahl seiner Protonen und Neutronen bestimmt ist, bietet sich eine zweidimensionale Darstellung an: Die Anzahl der Protonen wird koventionsgemäß nach oben, die der Neutronen nach rechts aufgetragen. Damit sind in den Reihen die Nuklide mit gleichen chemischen Eigenschaften (Isotope) angeordnet, in den Spalten die Nuklide mit konstanter Neutronenzahl (Isotone) und von links oben nach rechts unten diagonal die Nuklide mit konstanter Nukleonenzah l(Isobare) angeordnet.
Die Nuklidkarte listet die wichtigsten Eigenschaften der Nuklide auf, wie die Halbwertszeit, Zerfallsart, Zerfallsenergie und Isomere. Oft werden die Nuklide nach ihren Zerfallseigenschaften (stabil, radioaktiv, Zerfallart, Halbwertszeit) farblich markiert.
Aufgrund der Anordnung lassen sich radioaktive Zerfallsreihen leicht verfolgen: Das Zerfallsprodukt nach einem Alphazerfall findet sich zwei Spalten nach links und zwei Zeilen nach unten; das Zerfallsprodukt eines Betazerfalls liegt um eine Spalte nach links und eine Zeile nach oben (Beta-minus-Zerfall) oder um eine Spalte nach rechts und eine Zeile nach unten (Beta-plus-Zerfall).