Kernreaktoren

Druckwasserreaktor

Das Reaktorkühlmittel transportiert die Kernspaltungswärme in einem geschlossenen Kreislauf, dem Primärkreislauf, vom Reaktordruckbehälter zu mehreren Dampferzeugern, mit denen in einem sekundären Kreislauf der Dampf zum Antrieb der Turbinen erzeugt wird. Dieser Sekundärkreislauf ist nicht mehr Teil des Kontrollbereichs. Die Turbinen bleiben frei von radioaktiver Verunreinigung. Zum Typ der Druckwasserreaktoren gehört auch der European Pressurized Water Reactor (EPR).

Kohlekraftwerk vs. Kernkraftwerk

Kohlekraftwerk

Ein Kohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad von ca. 45%. Dafür sind die dafür benötigten Schadstoffausstöße relativ hoch.

Bei einer Verbrennung von ca. 240t Steinkohle werden 700 MW Energiestrom erzeugt.

Kernkraftwerk:

Ein Kernkraftwerk hat einen Wirkungsgrad von ca. 33%. Die Schadstoffe beschränken sich hier auf die radioaktiven Stoffe, die unter der Erde gelagert werden.

Bei einem Verbrauch von ca. 5 kg Uranoxid werden 1240 MW Energiestrom erzeugt.

Tschernobyl

die Reaktooruine

Am 26. April 1986 kam es im Kernkraftwerk Tschernobyl (Ukraine, damals Sowjetunion) als Folge einer Kernschmelze eine Explosion im Kernreaktor. Dies war einer der schwersten Umweltkatastrophen überhaupt. Der Super-GAU (Größter Anzunehmbarer Unfall) wurde durch Bedienungsfehler und Mängel der Konstruktion des Reaktors ausgelöst. Es war ein Unfall, der so schwerwiegend war, dass er die Möglichkeiten der eingesetzten Sicherheitstechnik überforderte. Bei dieser Katastrophe wurden große Mengen an radioaktiver Materie in die Luft geschleudert, die sich größtenteils in dieser Region, aber auch über viele Regionen Europas verteilte. Die Anzahl der Todesopfer ist nicht genau bekannt, aber auch später erkrankten mehrere Tausend Menschen wegen der Strahlungsschäden unter anderem an Krebs. Dazu kommen psychische, soziale, ökologische und ökonomische Schäden.